Kommt mit der Digitalisierung das Ende des Leistungsverzeichnisses?

08.01.2021 – Mindelheim

Das Leistungsverzeichnis dominiert die Verträge im Facility Management. Ungeliebt von vielen ob der starren Vereinbarungen, gibt es seit vielen Jahren Versuche, stärker bedarfsgerechte Vertragsformen zu etablieren. Bisher fristen ergebnisorientierte Modelle jedoch ein Nischendasein. Mit der voranschreitenden Digitalisierung mehren sich die Anzeichen, dass sich dies ändert.
Mithilfe von Ticketsystemen, Sensorik, digitaler Dokumentation und Leistungskontrolle, Protokollierung und Budgetrahmen sowie von Software, die eine effiziente Verwaltung und Kontrolle ermöglicht, verbessern sich die Voraussetzungen, um bedarfsorientierte Services in einer komplexen Organisation zu etablieren. Die Wichtigste ist: Bedarf und erbrachte Leistungen sind immer besser und einfacher zu dokumentieren, kontrollieren und abzurechnen.
Digitalisierung und Vertragsmodelle gleichen dabei manchmal einer Henne-Ei-Problematik: Eine verbreitete Digitalisierung und Automatisierung erleichtern on-demand-Services genau so sehr wie eine flächendeckende Verbreitung von ergebnisorientierten Verträgen eine höhere Incentivierung für Dienstleister darstellt, die notwendige Technik in den Kundenobjekten zu finanzieren. Was bisher zu wenig Veränderung führte, setzt sich immer mehr durch. Ausschlaggebend dafür sind die Potenziale angesichts des Personalmangels und Kostendrucks, die die notwendigen Investitionen angesichts des Mehrwerts etwas weniger als Hinderungsgrund erscheinen lassen.
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Zusammenfassung der Debatte auf LinkedIN

Die Erstveröffentlichung dieses Beitrags auf LinkedIN hat eine Debatte unter Auftraggebern und Dienstleistern im Facility Management ausgelöst.
Jens Blankenburg, Head of Facility Management bei Vodafone, weist auf ein notwendiges, übereinstimmendes, von gegenseitigem Vertrauen dominiertes Verständnis hin, wie ein bestimmtes Ergebnis zu definieren ist. Ansonsten, so warnt Blankenburg, steigt die Gefahr von Unzufriedenheit.
Stephan Dürholt, Wisag-Geschäftsführer für Gebäude- und Industrieservice in Bayern, Dr. Harald Peterka, Vorstand von Greenbird, und Oliver Arnemann, Result Real Estate Management, weisen auf die wichtige Funktion des Leistungsverzeichnisses bei der Verantwortungszuweisung hin.
Kaspar Adank, Gründer des Smart-Cleaning-Start-Ups soobr, ergänzt, dass mit der vorangeschrittenen Digitalisierung nun Instrumente zur Verfügung stehen, um das bisher starre Leistungsverzeichnis wirtschaftlich zu flexibilisieren. Oliver Arnemann, Dr. Harald Peterka und Oliver Vellage, Geschäftsleitungsmitglied bei Dussmann, sehen hierin ebenfalls Chancen für eine Leistungssteigerung im Facility Management.
Lünendonk befragt derzeit Auftraggeber, Berater und Dienstleister zu dieser und anderen Fragestellung. Die Ergebnisse werden im ersten Halbjahr veröffentlicht. Stay tuned!
Digitales Facility Management
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