Kurzarbeitergeld verhinderte Entlassung von vielen Zeitarbeitnehmern

26.01.2021 – Mindelheim

Die Zahl der Zeitarbeitnehmer ist seit Jahren rückläufig. Im gleitenden Jahresdurchschnitt des ersten Halbjahres 2020 waren laut den jüngst von der Bundesagentur für Arbeit (BA) veröffentlichten Zahlen 781.000 sozialversicherungspflichtige Zeitarbeitnehmer in Deutschland beschäftigt. Das sind 100.000 oder 11 Prozent weniger als im Vorjahr.
Diese Entwicklung ist nicht nur auf die Corona-Pandemie, sondern auch auf die bereits seit 2019 andauernde konjunkturelle Schwäche zurückzuführen: Im Winterhalbjahr lag die Zahl der Zeitarbeitnehmer laut BA kontinuierlich zwischen 80.000 und 90.000 unter ihrem Vorjahreswert. Berechnungen von Lünendonk ergeben für 2019 ein rückläufiges Marktvolumen gegenüber 2018 auf 31,1 Milliarden Euro (-9,3 %). Aber: Sieben der 25 Unternehmen der Lünendonk®-Liste erzielten im Geschäftsjahr 2019 eine Umsatzsteigerung.
Die Zeitarbeit als Flexibilisierungsinstrument reagierte besonders stark auf den Lockdown ab Mitte März 2020: Im Frühsommer vergrößerte sich der Rückgang gegenüber dem Vorjahr auf rund 130.000 Zeitarbeitskräfte. Ohne das neu eingeführte Kurzarbeitergeld wäre der Rückgang deutlich stärker ausgefallen.

Produktionsberufe sind besonders betroffen

Mit 38 Prozent aller Zeitarbeitnehmer sind die Produktionsberufe das größte Kundensegment für Zeitarbeitsunternehmen. Der Rückgang der Zeitarbeitnehmer gegenüber dem Vorjahr um 108.000 geht zu fast 60 Prozent auf Kosten der Produktionsberufe (-62.000 bzw. -16 %). Der Corona-bedingte Lockdown der deutschen Wirtschaft hat eine bereits vorher vorhandene Entwicklung verstärkt. Vor zwei Jahren (Juli 2018 bis Juli 2019) gingen die Zeitarbeitnehmer in Produktionsberufen um 60 Prozent zurück. So ist die Zahl der Zeitarbeitnehmer in diesem Segment innerhalb zwei Jahre um rund ein Viertel zurückgegangen.
Im Februar startet Lünendonk die Feldphase der seit mehr als 20 Jahren durchgeführten Marktstudie. Diese wird zeigen, wie sich der wirtschaftliche Schock auf die Zeitarbeitsunternehmen ausgewirkt hat. Die in der Studie enthaltenen Umsatzzahlen für 2020 sind aussagekräftiger für die Entwicklung der Branche als die von der BA gemeldeten Zeitarbeitnehmer in Kurzarbeit.
Kurzfristige Ergebnisse hierzu liefert die aktuell laufende Blitzumfrage, an der Personaldienstleister bis zum 5. Februar teilnehmen können: https://survey.lamapoll.de/Luenendonk_Blitzumfrage_Zeitarbeit_2021
Die Lünendonk®-Liste 2021 mit den Kennzahlen der führenden 25 Unternehmen erscheint am 18. Mai, die Studie Ende Juni 2021.
Foto: stock.adobe.com/Quality Stock Arts

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