Kurzarbeit durch Pandemie auf Rekordniveau

04.04.2022 – Mindelheim

Die Corona-Pandemie hat die Zahl der Kurzarbeitenden so sprunghaft steigen lassen wie es nicht einmal in der Finanzkrise 2008 der Fall war. Im April 2020 bezogen knapp sechs Millionen Beschäftigte Kurzarbeitergeld und damit so viele wie noch nie. Aufgrund der Corona-Pandemie wurde das Kurzarbeitergeld rückwirkend zum 1. März 2020 auch für Zeitarbeit geöffnet. Die Überlassung von Personal zählt mit dem Gastgewerbe und dem Einzelhandel zu den Branchen, die Kurzarbeit in der Folge besonders in Anspruch genommen haben.

Zeitarbeitnehmer in Kurzarbeit

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) hat Zahlen über realisierte Kurzarbeit bis einschließlich August 2021 veröffentlicht. Demnach hat der Bezug von Kurzarbeitergeld im Wirtschaftszweig 78 (Vermittlung und Überlassung von Arbeitskräften) im Mai 2020 mit 147.380 den Höchststand erreicht. Ab diesem Zeitpunkt sank die Anzahl bis Jahresende mit Ausnahme des Dezembers stetig.

Mit zunehmenden Coronainfektionen stieg auch die Anzahl der Kurzarbeiter Anfang 2021 wieder kurzfristig an. Während die Zahl seit Februar kontinuierlich gesunken ist, ist sie im August wieder auf 26.320 angestiegen.

Kurzarbeit dauert rund 15 Wochen

Im Durschnitt betrug die Dauer der Kurzarbeit im Jahr 2020 rund 15 Wochen. Davon waren sowohl externe Beschäftigte als auch das Stammpersonal betroffen. Laut der Lünendonk-Studie 2021 „Zeitarbeitsunternehmen in Deutschland“ belief sich der Anteil an internen Mitarbeitenden in Kurzarbeit auf knapp ein Drittel. Der Anteil der Zeitarbeitnehmenden war mit durchschnittlich rund 23 Prozent etwas niedriger. Erste Blicke in die Ergebnisse der diesjährigen Befragung zeigen, dass sich der Anteil im Geschäftsjahr 2021 – insbesondere bei internen Mitarbeitenden – deutlich reduziert hat.

Die stabilisierende Wirkung der Kurzarbeit hat erneut Beschäftigung gesichert und eine höhere Arbeitslosigkeit verhindert. So haben die in die Lünendonk-Studie einbezogenen Unternehmen im Vergleich zu 2019 1.356 interne und 44.344 externe Mitarbeitende abgebaut. Mit Blick auf die Gesamtanzahl in Deutschland hat sich die Anzahl der gemeldeten Zeitarbeitnehmer im gleitenden Jahresdurchschnitt bis Juni 2021 um 56.000 (-7 %) verringert. Ohne das stabilisierende Instrument der Kurzarbeit wäre der Personalabbau deutlicher gewesen.

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Erneute Verlängerung der Sonderreglungen bis Ende Juni 2022

Der Gesetzgeber hat die Verlängerung der Sonderregelungen für die Öffnung von Kurzarbeit für Zeitarbeitnehmende bis zum 30. Juni 2022 beschlossen. Ursprünglich wäre die Regelung zum 31. März 2022 ausgelaufen. Bundesminister Hubert Heil (SPD) begründet die Entscheidung mit den massiven Auswirkungen für die deutsche Volkswirtschaft aufgrund des Angriffskriegs auf die Ukraine.

Aktuelle Zahlen, Daten und Fakten über Kurzarbeit, Umsatzentwicklung, Renditen und weitere Themen und Trends finden Sie in der aktualisierten Lünendonk-Studie 2022, die voraussichtlich Ende Juni veröffentlicht wird. Das Ranking der 25 nach Umsatz führenden Unternehmen erscheint am 11. Mai 2022.

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Thomas Ball

Facility Management & Instandhaltung, Zeitarbeit
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