Blitzumfrage Zeitarbeit: Starke Nachfrage nach qualifiziertem Personal kompensiert schwache Industriekonjunktur

17.12.2019 – Mindelheim

  • Unternehmen erwarten leichten Umsatzrückgang von -1,6 Prozent

  • Höchstüberlassungsdauer wichtigstes Branchenthema

  • 5,3 Prozent der deutschen Zeitarbeitsunternehmen nahmen teil

  • Blitzumfrage ab sofort unter www.luenendonk.de verfügbar

Die deutschen Zeitarbeitsunternehmen erwarten für 2020 einen leichten Rückgang des Umsatzes. Während insbesondere für Helfertätigkeiten und Finanzservices ein weiterer deutlicher Rückgang der Nachfrage erwartet wird, ist der Bedarf nach Pflege- und IT-Kräften sowie Fachkräften in der Industrie groß und kann derzeit nur eingeschränkt von den Unternehmen gedeckt werden. Das sind Ergebnisse der traditionell zum Jahresende durchgeführten Lünendonk®-Blitzumfrage Zeitarbeit, an der sich in diesem Jahr 608 Zeitarbeitsunternehmen beteiligten. Dies entspricht 5,3 Prozent aller Anbieter in Deutschland.

Anzahl der jährlichen Arbeitstage wirkt sich auf Umsätze aus

Nicht gesondert abgefragt wurde der für die Zeitarbeit relevante Effekt, dass in 2020 je nach Bundesland aufgrund der Feiertagseffekte mindestens drei Tage mehr gearbeitet werden als 2019. Sollte dieser Effekt in den Prognosen der Teilnehmer bereits berücksichtigt sein, so wäre dies als Umsatztreiber zu berücksichtigen. Bereinigt um diesen Effekt würde die Prognose dann im Durchschnitt etwas schwächer ausfallen.

Höchstüberlassungsdauer wichtigstes Branchenthema

Mehr als zwei Jahre nach Inkrafttreten der Reform des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes (AÜG) ist die Beschränkung der Höchstüberlassungsdauer (HÜD) auf 18 Monate das wichtigste aktuelle Thema für die Unternehmen. Danach folgen die aktuellen Verhandlungen für einen neuen Branchentarifvertrag und der Fachkräftemangel. Die Regelungen zur gleichwertigen Bezahlung von Zeitarbeits- und Stammkräften (Equal Pay) und die nachlassende Konjunktur sind nur für 8 beziehungsweise 6 Prozent der Unternehmen sehr wichtige Branchenthemen. Dies zeigt, dass die Unternehmen ihre Funktion als Flexibilisierungsinstrument für die übrige Primärwirtschaft annehmen. Die HÜD, die nur durch einen Branchentarifvertrag abweichend von den gesetzlich vorgegebenen 18 Monaten vereinbart werden darf, wirkt sich gerade für qualifizierte und hoch qualifizierte Tätigkeiten beschränkend aus.

Thomas Ball, Studienautor bei Lünendonk, kommentiert: „Insbesondere der Mangel an Fachkräften und der demografische Wandel treiben den Personalbedarf, der mithilfe von Zeitarbeit oft wesentlich schneller gedeckt oder bis zur Festanstellung überbrückt werden kann. Die schwache Industriekonjunktur wird durch andere Branchen weitgehend kompensiert. Trotz der erschwerten Rahmenbedingungen für die Zeitarbeit ist die Nachfrage weiterhin robust.“

Methodik und Datengrundlage

An der erstmals über die 25 führenden Unternehmen im Markt hinausgehenden Lünendonk®-Blitzumfrage zur Konjunktur und Stimmung im Markt nahmen 608 Unternehmen teil. Die Blitzumfrage wurde ermöglicht durch die vier Unternehmen DB Zeitarbeit, Meteor, Orizon und Randstad. Sie steht unter www.luenendonk.de zum kostenlosen Download bereit.

Stimmen zur Blitzumfrage

 „Der Bedarf an Fachkräften wird im Jahr 2020 in zahlreichen Bereichen ungebrochen groß sein und eine der größten Herausforderungen darstellen. Mit unserem umfangreichen Kandidatenpool und über 100.000 eingehenden Bewerbungen pro Jahr können wir jedoch in der Regel schnell und kompetent die passenden Mitarbeiter*innen für unsere Kunden finden. Zeitarbeit und ihre additiven Personallösungen können den gezielten Einsatz von Fachkräften, die mehr denn je neben ihrer fachlichen Expertise auch Agilität und Flexibilität brauchen, nachhaltig unterstützen. Bedauerlich ist, dass das Fachkräfteeinwanderungsgesetz die Zeitarbeit ausschließt und damit Drittstaatsangehörigen, die in Deutschland Arbeit suchen, den unkomplizierten Einstieg über Zeitarbeit unmöglich macht. Beschränkungen in der Zeitarbeit und politische Regulierung nehmen laut der Lünendonk®-Blitzumfrage vom Dezember 2019 viele der 608 befragten Zeitarbeits- und Personaldienstleistungsunternehmen als Belastung wahr.“  Stefan Bachhuber, Geschäftsführer/COO, Orizon

„Die Deutsche Bahn wird in den nächsten Jahren 100.000 neue Mitarbeiter einstellen. Die Zeitarbeit unterstützt diese Rekrutierungsaktivität des Konzerns: die Übernahmequote lag im Jahr 2019 bei rund 50 Prozent. Darüber hinaus ist Zeitarbeit ein Flexibilisierungsinstrument in wachsenden Geschäftsfeldern der DB AG. Somit stellen wir auch die Demografiefestigkeit des Konzerns sicher, der Bedarf wird auch in 2020 und darüber hinaus branchenüberdurchschnittlich sein.“  Matthias Botta, Geschäftsführer DB Zeitarbeit

„Die berechtigten Klagen der befragten und vielfach verunsicherten Unternehmen über vorhandene Hemmnisse in der Branche sind alarmierend. Die GroKo muss bei den gesetzlichen Rahmenbedingungen für Personaldienstleister endlich wieder auf eine kluge marktwirtschaftliche Sachpolitik umschalten, die die Zeitarbeit nicht einschränkt, belastet und ständig unter Generalverdacht nimmt, sondern Flexibilität und tarifliche Sicherheit fördert. Nur dann können die Beschäftigungschancen für viele Menschen weiter optimiert werden.“ RA Werner Stolz, iGZ-Hauptgeschäftsführer

Quelle: Lünendonk®-Blitzumfrage 2019 Zeitarbeit; © Lünendonk & Hossenfelder GmbH, Mindelheim, Dezember 2019 Umsatzrückgang und -steigerung halten sich die Waage

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