Hiesige Industrie hält am Standort Deutschland fest – aber organisatorische Hürden bremsen Transformation

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  • Mehrheit der Unternehmen plant, Produktionskapazitäten in Deutschland zu halten oder künftig auszubauen
  • 58 Prozent sehen die Organisation und Regulierung als wesentlichen Transformationshemmer
  • Daten- und KI-Kompetenzen bilden Qualifikationslücke
  • Neue Lünendonk-Studie verfügbar

Mindelheim, 5. Oktober 2026 — Die deutsche Industrie steht vor einer doppelten Herausforderung: Sie muss ihre interne Transformationsfähigkeit stärken und zugleich ihre Wettbewerbsfähigkeit bei immer schwierigeren Standortbedingungen sichern. Dabei zeigt sich, dass nicht primär technologische Hürden den Wandel bremsen, sondern Defizite in Organisation und Regulierung. Gleichzeitig bleibt Deutschland für die meisten Unternehmen ein wichtiger Produktionsstandort – seine wirtschaftliche Attraktivität ist jedoch längst keine Selbstverständlichkeit mehr.

Dies sind Ergebnisse der aktuellen Lünendonk-Studie „Industry Performance – Von der Prozessoptimierung zur Transformation“. Sie zeigt auf, wo die Industrie heute wirklich steht und welche Stellhebel in den nächsten Jahren über Wettbewerbsfähigkeit entscheiden. Die Studie entstand in Kooperation mit Efeso, H&Z, Ingenics, KPMG und Roland Berger und steht unter www.luenendonk.de kostenfrei zum Download bereit.

Standort Deutschland bleibt wichtig, ist aber kein Selbstläufer mehr

Laut Lünendonk-Studie bleibt Deutschland trotz schwieriger Bedingungen ein wichtiger Produktionsstandort: 52 Prozent der befragten Unternehmen wollen ihre Kapazitäten stabil halten und 40 Prozent planen einen Ausbau. Acht Prozent rechnen mit einem teilweisen oder stärkeren Rückzug, wobei sich entsprechende Tendenzen häufiger bei Konzernen zeigen. Die Erwartungen an die Politik sind indes eindeutig: 83 Prozent fordern Bürokratieabbau und schnellere Genehmigungsverfahren, 80 Prozent niedrigere Energiepreise. Im Mittelpunkt stehen damit verlässliche und international wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen.

„Deutschland bleibt trotz aller Unkenrufen für die Industrie ein wichtiger Produktionsanker. Die Standortentscheidung ist jedoch kein Selbstläufer mehr. Investitionen werden zunehmend danach bewertet, ob Qualität, Fachkompetenz und Marktnähe die Nachteile bei Kosten, Energie und Regulierung noch ausgleichen können. Der Standort muss seine Wettbewerbsfähigkeit daher neu begründen“, so Lünendonk-Geschäftsführer und Studienautor Jörg Hossenfelder.

Organisation wird zum Engpass der Transformation

Die industrielle Transformation scheitert weniger an fehlendem Problembewusstsein als an der konsequenten Umsetzung. Die Studie liefert hier ein bemerkenswert eindeutiges Ergebnis: Die Mehrheit der Befragten (58 %) verortet den größten Transformationshemmer in der eigenen Organisation – nicht in der Technik (11 %). Weitere 30 Prozent sehen beide Bereiche als gleichermaßen hinderlich. Während Wachstum, Digitalisierung und Produktinnovation stärker in den Fokus rücken, halten die organisatorischen Voraussetzungen häufig nicht Schritt. Entscheidend sind klare Verantwortlichkeiten, die Einbindung neuer Lösungen in bestehende Abläufe und ihre Skalierung über Werke und Funktionen hinweg.

Kompetenzlücken erschweren die Umsetzung

Die größten Kompetenzlücken in Unternehmen bestehen ausgerechnet in den für die Transformation entscheidenden Bereichen: 53 Prozent der Befragten nennen Daten- und KI-Kompetenzen, 47 Prozent digitale Produktions- und Automatisierungskenntnisse. 31 Prozent sehen Defizite bei der Führung im Wandel. Für die Skalierung digitaler Lösungen braucht es daher neben neuen Kompetenzprofilen eine engere Verzahnung von Produktion, IT und Datenmanagement. Klare Verantwortlichkeiten und geeignete Governance-Strukturen müssen zudem sicherstellen, dass erfolgreiche Anwendungen über einzelne Werke und Geschäftsbereiche hinaus ausgerollt werden.

Bezug

Die neue Lünendonk-Studie „Industry Performance – Von der Prozessoptimierung zur Transformation“ basiert auf über 80 leitfadengestützten Interviews mit Entscheidern der Fertigungsindustrie aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Sie richtet sich an Führungskräfte in Industrieunternehmen, Managementberatungen sowie technologie- und strategieorientierte Dienstleister und steht unter www.luenendonk.de kostenfrei zum Download bereit.

Head of Operations

Theresa Drexel

Lünendonk & Hossenfelder
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