Mittels Industry Performance weg vom Cost Cutting: Industrie in Deutschland am strategischen Kipppunkt – zwischen Effizienzpflicht und Wachstumsanspruch

PresseinformationBusiness Consulting
  • Effizienzprogramme stabilisieren, ersetzen aber nicht die notwendige Transformation
  • KI bietet Potenzial, Skalierung gelingt bislang nur vereinzelt
  • Industry Performance sichert Basis, neue Markt- und Kundensegmente sollen Wachstum schaffen
  • Neue Lünendonk-Studie ab sofort verfügbar

Mindelheim, 25. Juni 2026 Die deutsche Industrie steht an einem strategischen Kipppunkt. Was lange als temporäre Krise galt, hat sich zu einem dauerhaften Spannungsfeld verdichtet: Hohe Energiepreise, anhaltender Kostendruck, geopolitische Verwerfungen und eine schwache Nachfrage in wichtigen Absatzmärkten treffen auf eine Industrie, die gleichzeitig investieren, modernisieren und neue Wachstumspfade erschließen muss. Viele Unternehmen haben deshalb in den vergangenen Jahren mit Effizienzprogrammen gegengesteuert – oft mit messbaren Erfolgen. Doch die entscheidende Frage lautet: Wurden Strukturen stabilisiert, ohne das Geschäftsmodell grundlegend weiterzuentwickeln? Und wann starten die Unternehmen nach Jahren des Cost Cuttings nun echte Wachstums- und Investitionsprogramme?

Genau hier setzt die neue Lünendonk-Studie 2026 „Industry Performance“ an. Sie zeigt auf, wo die Industrie heute steht und welche Stellhebel jetzt über ihre künftige Wettbewerbsfähigkeit entscheiden. Dabei werden bewusst Unterschiede und Schwerpunkte nach Unternehmensgröße betrachtet. Die Studie entstand in Kooperation mit Efeso, H&Z, Ingenics, KPMG und Roland Berger und steht ab sofort unter www.luenendonk.de kostenfrei zum Download bereit.

Stabilisierung statt Strukturwandel

Die Maßnahmenagenda der Industrie war in den vergangenen drei bis fünf Jahren klar von Effizienzthemen geprägt: 80 Prozent der Befragten nennen Prozessoptimierung und Lean Management als wichtigsten Hebel. In Zeiten enger Budgets liefern sie rasch messbare Einspareffekte und mehr als die Hälfte der Befragten sieht nach wie vor weiteren Bedarf an Kostensenkungen. Ein breiter Schwenk von Effizienzprogrammen hin zu Wachstum, Innovation und Investitionen ist damit noch nicht erkennbar. Die Effizienzprogramme der vergangenen Jahre haben die operative Basis vieler Industrieunternehmen in Deutschland stabilisiert, aber nur selten echte Transformation ausgelöst. Die Industrie hat aufgeholt, wurde indes nicht umgebaut, sagt Jörg Hossenfelder, Studienautor und geschäftsführender Gesellschafter von Lünendonk & Hossenfelder.

KI und Digitalisierung: Zwischen Anspruch und Wirklichkeit

Kaum eine Entwicklung hat für die deutsche Industrie derzeit eine ähnlich hohe Priorität wie Künstliche Intelligenz. Zugleich ist die Lücke zwischen Anspruch und tatsächlicher Umsetzung in diesem Bereich besonders groß. Zwar investieren viele Unternehmen in digitale Technologien und starten KI-Pilotprojekte, doch der Weg in den produktiven Regelbetrieb gelingt bislang wenigen. Die Studie zeigt hier ein ernüchterndes Bild: Lediglich 22 Prozent der befragten Unternehmen berichten von klar messbaren Effekten durch Digitalisierung und KI auf ihre Produktionsperformance. Dabei liegt der Engpass weniger in der Technologie selbst als in der Unfähigkeit, erfolgreiche Pilotprojekte systematisch zu skalieren. Fehlende Daten- und KI-Kompetenzen, eine unzureichende IT-/OT-Integration sowie unzureichende Datenqualität bremsen die Transformation – im Mittelstand ebenso wie in Konzernen.

Neue Marktsegmente schaffen Wachstum

Bei den zentralen Performance-Hebeln der kommenden Jahre zeigt die Industrie ungewöhnliche Klarheit: Mit 83 Prozent der Nennungen ist die Steigerung der Produktionsproduktivität für Mittelstand und Konzerne der mit Abstand wichtigste Hebel. Investitionen konzentrieren sich zunächst auf jene Bereiche, die die operative Wertschöpfung unmittelbar sichern und Effizienzpotenziale schnell erschließen. Wachstum suchen die Unternehmen vor allem in neuen Marktsegmenten und Kundengruppen: 58 Prozent nennen dies als wichtigsten Hebel. Dahinter folgen die Skalierung von Digitalisierung und KI sowie neue Produkte und Innovationen mit jeweils rund 46 Prozent. Die Erschließung neuer Märkte und Regionen nennt knapp jedes dritte Unternehmen.

Die neue Lünendonk-Studie 2026 „Industry Performance“ entstand auf Basis von 80 leitfadengestützten Interviews mit Entscheidern der Fertigungsindustrie aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Sie richtet sich an Führungskräfte in Industrieunternehmen, Managementberatungen sowie technologie- und strategieorientierte Dienstleister und steht ab sofort unter www.luenendonk.de kostenfrei zum Download bereit.

Head of Operations

Theresa Drexel

Lünendonk & Hossenfelder
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