Deutscher Prüfungsmarkt wächst weiter – KI-Investitionen ebenfalls

PresseinformationAudit & Tax
  • WP-Markt wächst um 6,1 Prozent auf 22,6 Milliarden Euro
  • KI entwickelt sich vom Wettbewerbsvorteil zur Grundvoraussetzung
  • Partnernachfolge wird zur strukturellen Herausforderung
  • Neue Lünendonk-Studie 2026 verfügbar

Mindelheim, 20. August 2026 Der deutsche Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsmarkt (WP) stabilisiert sich nach Jahren starken Wachstums auf weiterhin hohem Niveau. Nach dem Rekordjahr 2023 mit einem Plus von 8,8 Prozent und einem weiteren starken Jahr 2024 mit 7,6 Prozent legt das Marktvolumen 2025 um 6,1 Prozent auf 22,6 Milliarden Euro zu. Für 2026 erwarten die Gesellschaften einen weiteren Zuwachs von 5,7 Prozent. Gleichzeitig verändert Künstliche Intelligenz die Branche grundlegend und entwickelt sich zunehmend vom Differenzierungsmerkmal zum Hygienefaktor. 59 Prozent der befragten Unternehmen berichten, dass Mandanten digitale Anwendungen inzwischen als selbstverständlichen Standard erwarten. Dies sind ausgewählte Ergebnisse der neuen Lünendonk-Studie 2026 „Wirtschaftsprüfung und Steuerberatung in Deutschland“, die ab sofort unter www.luenendonk.de erhältlich ist.

KI-Investitionen steigen – Monetarisierung bleibt Herausforderung

Die Investitionsbereitschaft der Branche in Künstliche Intelligenz ist eindeutig: Durchschnittlich 3,1 Prozent ihres Umsatzes investieren die Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaften in Digitalisierung – bei den Top 25 sind es sogar 3,5 Prozent. Bemerkenswert ist dabei die Gewichtung: 41,1 Prozent der Digitalisierungsbudgets fließen bereits direkt in KI, bei den Top 25 sind es sogar 45,0 Prozent. Doch die Frage der Monetarisierung bleibt offen. 62 Prozent der befragten Gesellschaften geben an, dass KI-Effizienzgewinne bislang intern verbleiben und zur Preisstabilität genutzt werden. 57 Prozent berichten, dass der zunehmende KI-Einsatz bisher keine konkreten Auswirkungen auf ihre Preisgestaltung hatte und nur 10 Prozent konnten Preissteigerungen durch bessere Ergebnisqualität und Effizienz am Markt durchsetzen.

„Die zentrale Frage ist, wie sich KI-Investitionen künftig monetarisieren lassen. Die Gesellschaften müssen klar definieren, was zum digitalen Standard gehört und welche Leistungen darüber hinaus separat bepreist werden können“, so Jörg Hossenfelder, Geschäftsführender Gesellschafter von Lünendonk & Hossenfelder.

Partnermodell im Umbau – Nachfolge erfordert neue Lösungen

Das klassische Partnermodell gerät zunehmend unter demografischen, ökonomischen und technologischen Druck. Hohe Einstiegskosten und veränderte Karrierevorstellungen jüngerer Generationen erschweren die Nachfolge in den Partnerschaften. Dabei fehlt es nicht nur an geeigneten Kandidaten, sondern zunehmend auch an der Bereitschaft, sich mit einer hohen unternehmerischen Investition langfristig an eine Gesellschaft zu binden. Die Branche reagiert: 61 Prozent der Kanzleien planen flexiblere Beteiligungsmodelle. Zugleich sind eine leistungsabhängige Vergütung und attraktivere Exit- und Nachfolgeregelungen geplant.

Bezug

Die Lünendonk-Studie 2026 „Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaften in Deutschland“ basiert auf einer umfassenden Befragung von 81 Marktteilnehmern, darunter 69 selbstständige WP-Gesellschaften sowie zwölf Netzwerke und Allianzen. Die Erhebung fand zwischen Februar und April 2026 statt. Die Studie ist für 2.500 Euro zzgl. MwSt. unter www.luenendonk.de erhältlich.

Head of Operations

Theresa Drexel

Lünendonk & Hossenfelder
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