Zukunft der Steuerberatung: Droht im Jahr 2030 eine Unterversorgung?

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  • Deutscher Steuerberatungsmarkt unter kumulativem Transformationsdruck 
  • Technologische Disruption trifft auf demografische Erosion und veränderte Mandantenanforderungen 
  • Berufsrecht bremst Modernisierung – geordnete Öffnung und Governance als mögliche Schlüssel für Zukunftsfähigkeit 
  • Neues Lünendonk-Dossier kostenfrei verfügbar 

Mindelheim, 17. November 2025 Die Steuerberatung steht vor einem Wendepunkt: Fachkräftemangel, Digitalisierung und wachsende Anforderungen der Mandanten verändern Geschäftsmodelle und Prozesse tiefgreifend. Darüber hinaus weist die Statistik der Steuerberaterkammer auf eine Überalterung des Berufsstands hin. Bei einer Abschottung des Marktes ist die Versorgungssicherheit gefährdet. Das neue Lünendonk-Dossier Zukunft der Steuerberatung: Systemdruck, Strukturbruch und Strategien für den Wandel zeigt, wie Kanzleien auf technologische, regulatorische und wirtschaftliche Herausforderungen reagieren müssen, welche Risiken für die flächendeckende Versorgung bestehen und welche Möglichkeiten sich Politik und Branche bieten, um die Zukunftsfähigkeit der Steuerberatung zu sichern. Das Marktforschungs- und Beratungsunternehmen Lünendonk & Hossenfelder ist bekannt für die Analyse des Wirtschaftsprüfungsmarkts und hat sich im Zuge der Fokussierung auf die Steuerberatung im Jahr 2025 intensiv mit der Zukunft dieses Markts auseinandergesetzt. Die Ergebnisse finden sich in dem rund 80 Seiten starken Dossier wieder.  

Reformdruck durch Fachkräftemangel, Digitalisierung und KI 

„Die Steuerberatungsbranche steht unter massivem Transformationsdruck“, sagt Jörg Hossenfelder, Geschäftsführer von Lünendonk. „Über die Hälfte der Berufsträgerinnen und Berufsträger ist über fünfzig Jahre alt, Nachwuchs kommt kaum nach. Besonders in ländlichen Regionen droht eine Versorgungslücke.“ Parallel dazu verändert die Digitalisierung die Grundlogik der Arbeit: Routinetätigkeiten wie Buchführung, Deklaration oder Lohnabrechnung werden automatisiert und ganze Prozessarchitekturen neu gestaltet. Kanzleien mit hoher Prozessdigitalisierung erzielen Effizienzgewinne, während klassische Strukturen unter Kostendruck geraten. Gleichzeitig entstehen Abhängigkeiten von Softwareanbietern, Datenqualität und Cyber-Sicherheit.  

Eine Verschärfung des Berufsrechts verstärkt den Reformstau: „Das Fremdbesitzverbot verhindert externe Kapitalbeteiligungen. Zentrale Hebel für Modernisierung, wie Investitionen in Technologie, Ausbildung und Führungsvielfalt, bleiben ungenutzt“, so Hossenfelder. „Kleinere und mittlere Kanzleien stehen vor einem Innovationsparadoxon: Sie sollen technologisch mithalten, verfügen aber nicht über vergleichbare Ressourcen wie global finanzierte Plattformanbieter.“ 

Neues Rollenverständnis und strategische Mandantenberatung 

Mandanten befinden sich in einer umfassenden „4D-Transformation“ – geprägt durch Demografie, Digitalisierung, Dekarbonisierung und Deglobalisierung. Unternehmen erwarten zunehmend strategische Beratung, digitale Schnittstellen und integrierte Datenanalysen. Steuerberatung entwickelt sich damit vom reaktiven Fachhandwerk zum strategischen Partner des Managements. „Die Steuerfunktion wird zum Kommunikations- und Interpretationsorgan zwischen Recht, Daten und Unternehmensstrategie“, so Hossenfelder.  

Bezug 

Das Lünendonk-Dossier ist nicht nur eine Analyse, sondern ein Weckruf für Politik, Kammern und Branche, die Steuerberatung zukunftsfähig zu machen. Das Dossier steht unter www.luenendonk.de ab sofort kostenlos zum Download bereit. 

Head of Operations

Theresa Drexel

Lünendonk & Hossenfelder
Tel. +49 8261 73140-40
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