Auch in der Rezession setzen Wirtschaftsprüfer und Steuerberater ihr Wachstum fort – Deloitte teilt sich nach Aufholjagd Platz zwei mit KPMG

PresseinformationAudit & Tax
  • Umsätze der 25 größten Häuser steigen um 8,1 Prozent
  • Deloitte erstmals auf Platz zwei des Branchenrankings
  • RSM und BDO mit jeweils einer halben Milliarde Euro Umsatz
  • Neue Lünendonk-Liste 2026 verfügbar

Frankfurt am Main, 16. Juli 2026 Der deutsche Markt für Wirtschaftsprüfung und Steuerberatung (WP) setzt sein Wachstum trotz Rezession unbeeindruckt fort: Nach einem Plus von 7,6 Prozent im Jahr 2024 stieg das Marktvolumen 2025 um 6,1 Prozent auf 22,6 Milliarden Euro. Die 25 nach Umsatz führenden WP-Gesellschaften legten im Geschäftsjahr 2025 im Durchschnitt um 8,1 Prozent zu (2024: 10,7 %). Das Wachstum normalisiert sich damit nach den Post-COVID-Jahren, liegt aber weiterhin auf einem soliden Niveau und deutlich über der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Die Big Four – PricewaterhouseCoopers (PwC), KPMG, Ernst & Young (EY) und Deloitte – wuchsen um durchschnittlich 5,0 Prozent (2024: 5,4 %), wenngleich sich die individuellen Entwicklungen unterscheiden: Während PwC ein Wachstum von 8,5 Prozent verzeichnete, fiel dieses bei EY mit 2,4 Prozent gering aus. In der Gruppe der Next Six setzen insbesondere Forvis Mazars und RSM Ebner Stolz mit jeweils 11,2 Prozent die stärksten Impulse.

Dies sind erste Ergebnisse der Lünendonk-Studie 2026 „Wirtschaftsprüfung und Steuerberatung in Deutschland“, die im August 2026 veröffentlicht wird. Das Top-25-Ranking steht unter www.luenendonk.de zum Download bereit.

Deloitte erstmals auf Rang zwei

PwC erzielt im Geschäftsjahr 2025 einen Deutschlandumsatz von 3.261,1 Millionen Euro und verzeichnet damit ein Wachstum von 8,5 Prozent. Der Marktführer festigt seine Spitzenposition, die er seit der Erstauflage des Branchenrankings im Jahr 2006 innehat.

Die auffälligste Veränderung betrifft die weiteren Platzierungen: Deloitte erreicht nach einer jahrzehntelangen Aufholjagd erstmals den zweiten Platz.  Diesen teilt sich Deloitte mit KPMG, da beide in 2025 einen Umsatz von 2.705,0 Millionen Euro erzielten. EY rangiert mit 2.656,6 Millionen Euro auf Rang vier. Mit 11,3 Milliarden Euro Umsatz dominieren die Big Four den deutschen Prüfungsmarkt – ihr Marktanteil beträgt 50,1 Prozent. Diesen bedienen sie gemeinsam mit 3.057 weiteren WP-Gesellschaften (Stand: 01.01.2026, Quelle: WPK, Berlin).

Spitze rückt enger zusammen

Mit jeweils 2.705,0 Millionen Euro belegen Deloitte (+4,8 %) und KPMG (+4,2 %) im Jahr 2025 gemeinsam Platz zwei – ein bemerkenswertes Kopf-an-Kopf-Rennen, wenngleich der KPMG-Umsatz geschätzt ist, da die WP-Gesellschaft lediglich die Gesamtleistung kommuniziert. EY rutscht trotz positivem Umsatzwachstum (+2,4 %) auf Rang vier ab.

„Die Umsätze von Deloitte, KPMG und EY bewegen sich alle in einem engen Umsatzkorridor“, sagt Lünendonk-Geschäftsführer Jörg Hossenfelder. „Ein minimaler Wachstumsunterschied kann hier in den kommenden Jahren erneut für eine Verschiebung sorgen.“ Weltweit stellt Deloitte mit einem Umsatz von 70,5 Milliarden US-Dollar weiterhin die größte WP-Gesellschaft dar (2024: 67,2 Mrd. US-$ – 2023: 64,9 Mrd. US-$).  

Next Six: Stabiles Feld mit starker Wachstumsdynamik

Die Next Six – bestehend aus RSM Ebner Stolz, BDO, Rödl, Forvis Mazars, Baker Tilly und Grant Thornton – legten im Jahr 2025 erneut deutlich zu und kommen mit einem durchschnittlichen Plus von 8,8 Prozent auf insgesamt 2,4 Milliarden Euro (2024: 2,2 Mrd. €). Diese Gruppe wächst erneut dynamischer als die Big Four. RSM Ebner Stolz und Forvis Mazars führen das Feld mit einem Umsatzplus von je 11,2 Prozent an. „Es ist bemerkenswert, dass die Next Six seit Jahren überdurchschnittlich zulegen, während die Big Four an Wachstumstempo verlieren“, so Hossenfelder. „Diese Gruppe zeichnet sich unter anderem durch einen konsequenten One Country – One Firm-Ansatz aus.“    

RSM und BDO überschreiten erstmal die 500-Millionen-Euro-Marke

RSM Ebner Stolz hat im Geschäftsjahr 2025 mit einem Umsatz von 530,8 Millionen Euro ein zweistelliges Wachstum von 11,2 Prozent erzielt. Damit sichert sich das Unternehmen erneut Rang fünf im deutschen Markt und baut den Vorsprung aus. Auch BDO überschreitet erstmals die 500-Millionen-Euro-Marke und erzielt mit 508,3 Millionen Euro ein überdurchschnittliches Wachstum von 10,2 Prozent. Nur 22,5 Millionen Euro trennen die beiden Häuser.

Rödl erzielt mit 443,0 Millionen Euro (+6,2 %) Rang sieben und bleibt damit stabil in der Verfolgergruppe. Die multidisziplinäre Kanzlei aus Nürnberg verantwortet als einziges Listenunternehmen das Auslandsgeschäft. Forvis Mazars weist mit einem Umsatzplus von 11,2 Prozent gemeinsam mit RSM Ebner Stolz den stärksten Umsatzanstieg innerhalb der Next Six aus. Die Hamburger WP-Gesellschaft rangiert mit 372,0 Millionen Euro auf Platz acht. Die Positionen neun und zehn liegen ebenfalls eng beieinander: Baker Tilly hält mit 268,1 Millionen Euro (+7,0 %) Rang neun. Grant Thornton schließt mit 267,3 Millionen Euro (+6,9 %) sowohl die Next Six als auch die Top 10 ab. Die Düsseldorfer WP-Gesellschaften trennt nur 0,8 Millionen Euro von Rang neun.

dhpg und Bansbach mit starkem Wachstum

dhpg wächst im dritten Jahr in Folge überdurchschnittlich stark: Nach einem Plus von 14,3 Prozent im Jahr 2025 erzielt die Bonner WP-Gesellschaft einen Umsatz von 157,0 Millionen Euro. Auch ETL verzeichnet mit 101,4 Millionen Euro (+10,1 %) ein überdurchschnittliches Wachstum und bleibt auf Rang zwölf. PKF Fasselt klettert mit 94,9 Millionen Euro (+8,2 %) von Rang 14 auf 13. Mit einem Wachstum von 1,5 Prozent erzielt Dornbach einen Umsatz von 92,9 Millionen Euro und rangiert auf Platz 14, gefolgt von Nexia mit 75,4 Millionen Euro und einem Plus von 12,7 Prozent. Mit geringem Abstand folgt LKC mit 73,1 Millionen Euro (+6,3 %); der Umsatzzuwachs lässt sich dabei zum Teil auf Kanzleizukäufe zurückführen. Seit 2026 ist LKC Teil der atania-Gruppe.

Bansbach macht zwei Plätze gut und erzielt 72,7 Millionen Euro (17,3%). Curacon rutscht trotz einem Plus von 12,2 Prozent einen Platz nach unten und liegt mit 70,0 Millionen Euro Umsatz auf Rang 18. Möhrle Happ Luther verliert ebenfalls eine Position und liegt mit 68,0 Millionen Euro (9,1 %) auf Rang 19. Sonntag und Partner ist mit einem Umsatz von 61,2 Millionen Euro erstmals in der Liste vertreten, nachdem das Unternehmen 2025 die Aufnahmekriterien erfüllt hat.

Moore BRL erzielt mit 60,6 Millionen Euro (+3,8 %) Rang 21 und setzt seinen stabilen Wachstumskurs fort. Auf Platz 22 liegt Solidaris mit 55,5 Millionen Euro, gefolgt von Falk (53,0 Mio. €). Als Neueinsteiger sticht kbht NEXT hervor: Die im Jahr 2025 aus der Zusammenführung von kbht und dhmp hervorgegangene Gesellschaft liegt mit 49,3 Millionen Euro auf Rang 24. RWT schließt mit 46,0 Millionen Euro die Lünendonk-Liste ab. 

Private Equity im Prüfungs- und Steuerberatungsmarkt

Nicht nur die Konjunktur beeinflusst das Geschäft der Branche, auch regulatorische Entwicklungen rücken zunehmend in den Fokus. Bislang wählten Private-Equity-Investoren (PE) einen besonderen Weg beim Thema Fremdbesitz: Sie beteiligten sich über ausländische WP-Gesellschaften mittelbar an deutschen Kanzleien. Hossenfelder dazu: „Nachdem der Deutsche Bundestag Mitte Juni 2026 mit der Steuerberatungsnovelle das Fremdbesitzverbot für Steuerberatungen präzisiert hat, überprüfen die PEs ihr Engagement. Denn das Gesetz stellt klar, dass auch über ausländische Wirtschaftsprüfungsgesellschaften keine mittelbaren Beteiligungen von Finanzinvestoren an deutschen Steuerkanzleien ohne weiteres möglich sind.“ Die Neuregelung soll Umgehungskonstruktionen verhindern und die Unabhängigkeit der Beratung sichern.

Aufnahmekriterien für das Ranking

Die jährlich erscheinende Lünendonk-Liste ist ein Ranking der 25 nach Inlandsumsatz führenden WP-Gesellschaften in Deutschland. Aufgrund des heterogenen Anbieterfeldes unterliegt sie folgenden Aufnahmekriterien: Mehr als 60 Prozent des Umsatzes resultieren aus Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung (ohne Steuerdeklaration und Buchhaltung), Corporate Finance und/oder Rechtsberatung. Davon müssen mindestens 15 Prozent auf den Bereich Wirtschaftsprüfung entfallen (reine Abschlussprüfung, ohne wirtschaftsprüfungsnahe Beratung). Zudem finden nur selbstständig organisierte WP-Gesellschaften Berücksichtigung – Netzwerke respektive Allianzen werden separat aufgeführt.

Lünendonk-Liste im Überblick

Aus Gründen der Vergleichbarkeit werden die WP-Gesellschaften nach Inlandsumsatz in der Lünendonk-Liste geführt. Da einige Häuser wie PwC oder KPMG lediglich Gesamtleistungen ausweisen, wurden an wenigen Stellen Schätzungen erstellt. Diese sind entsprechend gekennzeichnet.

Bezug

Die detaillierte Lünendonk-Studie 2026 „Wirtschaftsprüfung und Steuerberatung in Deutschland“ basiert auf einer Befragung der 25 führenden sowie 44 weiterer mittelgroßer und kleinerer WP-Gesellschaften zu Strukturen, Strategien, Planungen und Herausforderungen. Ergänzend wurden zwölf Netzwerke und Allianzen einbezogen. Die Studie erscheint im August 2026 und wird zum Preis von 2.500 Euro (zzgl. MwSt.) unter www.luenendonk.de erhältlich sein.

Head of Operations

Theresa Drexel

Lünendonk & Hossenfelder
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