Lünendonk-Listen 2026: IT-Dienstleistungsmarkt zeigt kaum Dynamik

PresseinformationDigital & IT
  • Konjunktur bremst: IT-Dienstleister wachsen in Deutschland nur um durchschnittlich 2,9 Prozent
  • Uneinheitliche Nachfrage: Schwäche in Automotive und Industrie, Wachstum in KRITIS-Sektoren
  • Sehr hohes Effizienzpotenzial durch KI: IT-Dienstleister erwarten rückläufigen Personalbedarf bis 2028
  • Gedämpfter Optimismus: Jeder zweite CIO plant 2027 zwar Budgeterhöhungen, allerdings auf einem geringen Niveau

Mindelheim, 10. Juni 2026 Der Konjunkturmotor in Deutschland stottert und damit auch die Geschäftsentwicklung der in Deutschland tätigen IT-Dienstleister. Nach einem im historischen Vergleich schwachen Jahr 2024 brachte auch 2025 kaum neue Impulse. So erzielten die IT-Dienstleister ein durchschnittliches Umsatzwachstum in Deutschland von 2,9 Prozent (2024: 2,6 %). Neben fehlenden gesamtwirtschaftlichen Wachstumsimpulsen verändert vor allem Künstliche Intelligenz (KI) die Nachfrage nach IT-Dienstleistungen grundlegend. 83 Prozent der befragten IT-Anwenderunternehmen sehen in der Softwareentwicklung in den kommenden Jahren enorme Effizienzpotenziale. Diese wirken sich unmittelbar auf Projektvolumina, Honorare und die Personalstruktur der IT-Dienstleister aus. 70 Prozent der IT-Entscheider erwarten darüber hinaus enorme KI-bedingte Effizienzpotenziale im IT-Betrieb und 52 Prozent in der Anwendungsmodernisierung. Zu diesen Erwartungen passt es, dass 54 Prozent der befragten IT-Dienstleister bis zum Jahr 2028 mit einem rückläufigen Bedarf an Softwareentwicklern planen und 44 Prozent mit weniger Personal im Application Management und IT-Betrieb.

Dies sind erste Ergebnisse der Lünendonk-Studie 2026 „Der Markt für IT-Dienstleistungen in Deutschland“ des Research- und Analysten-Unternehmens Lünendonk & Hossenfelder. Die korrespondierenden Lünendonk-Listen „Führende IT-Beratungs- und Systemintegrations-Unternehmen in Deutschland“ sowie „Führende IT-Service-Unternehmen in Deutschland“ stehen zum Download bereit. Die umfangreiche Marktstudie erscheint Ende Juli 2026.

Lünendonk-Liste „IT-Beratung und Systemintegration“ im Überblick

In das Ranking werden Unternehmen aufgenommen, die mehr als 60 Prozent ihres Umsatzes in Deutschland mit Management- und IT-Beratung, Systemintegration, Softwareentwicklung und -einführung erzielten.

Die 25 führenden IT-Beratungs- und Systemintegrationsunternehmen erzielten im Jahr ein um Übernahmen bereinigtes organisches Umsatzwachstum von durchschnittlich 1,5 Prozent (2024: 2,4 %). Damit wuchsen die Top 25 erstmals seit langer Zeit organisch deutlich langsamer als der Gesamtmarkt, der um 2,9 Prozent zulegte.

„Die Geschäftsentwicklung innerhalb der Top-25-IT-Beratungen ist sehr heterogen“, sagt Mario Zillmann, Senior Partner bei Lünendonk. „Während einige IT-Dienstleister zweistellige Wachstumsraten erzielen konnten, blieben andere deutlich hinter den Erwartungen zurück. Ausschlaggebend für diese Entwicklung ist vor allem der Branchen-Mix und weniger das Service-Portfolio. So kamen vor allem aus dem dominierenden Industriesektor auch im Jahr 2025 aufgrund der konjunkturellen Gesamtlage nur wenige neue Impulse für höhere IT-Investitionen“.

Der Marktführer bleibt Accenture mit einem von Lünendonk geschätzten Deutschlandumsatz von 3,6 Milliarden Euro (2024: 3,4 Mrd. €). Auf Platz zwei behauptet sich Capgemini, die laut Lünendonk-Schätzungen jedoch einen leichten Umsatzrückgang um 0,4 Prozent auf 2,24 Mrd. Euro (2024: 2,25 Mrd. €) zu verzeichnen hatten. IBM rückt dagegen näher an Capgemini heran und steigerte seinen Inlandsumsatz um geschätzte 0,9 Prozent auf 2,22 Milliarden Euro.

Ungeachtet der konjunkturellen Lage gelang adesso im Jahr 2025 das zweitstärkste Umsatzwachstum innerhalb der Top 25. Das größte Wachstum erzielte conet (15,8 % auf 287,1 Mio. €). Mit einem Umsatzplus von 15,3 Prozent und einem Inlandsumsatz von 1,23 Milliarden Euro (2024: 1,07 Mrd. €) behauptet adesso Platz vier und schließt weiter zu den Top 3 auf. Die Top 5 komplettiert msg systems mit einem Deutschlandumsatz von 973,7 Millionen Euro.

Innerhalb der Top 10 der IT-Beratungs- und Systemintegrationsunternehmen verzeichneten MHP (-11,4 %) und Sopra Steria (-13,2 %) zweistellige Umsatzrückgänge in Deutschland. Materna gehört hingegen zu den Gewinnern und steigert den Umsatz um 9,7 Prozent. Damit steigt das Unternehmen auf Rang 8. Neben adesso und conet gelang auch valantic (+11,7 %) ein zweistelliges Wachstum im Jahr 2025, ebenso wie Cosmo Consult (+13,0 %), die damit erstmalig den Sprung in die Lünendonk-Liste der 25 führenden IT-Beratungs- und Systemintegrationsunternehmen schafften. Ebenfalls neu in der Lünendonk-Liste auf Platz 19 ist EPAM mit 195,0 Millionen Euro in Deutschland.

Lünendonk-Ranking „IT-Service“ im Überblick

In das Ranking werden IT-Dienstleister aufgenommen, die mehr als 50 Prozent ihres Umsatzes in Deutschland mit IT-Operations-Services (u. a. Hosting, Managed Services) erzielen. Dazu zählen sowohl der Betrieb von IT-Anwendungen und IT-Infrastrukturen als auch IT-Services wie IT-Beratung und Softwareentwicklung.

Die Lünendonk-Liste „IT-Service“ zeigt ein ähnliches Bild wie das Segment der „IT-Beratung und Systemintegration“. So sind die IT-Serviceunternehmen in Deutschland organisch um durchschnittlich 1,4 Prozent gewachsen. Auch in diesem Marktsegment wird die Gesamtentwicklung vor allem durch einzelne Anbieter mit deutlichen Umsatzrückgängen geprägt – teils im hohen einstelligen bis zweistelligen Bereich.

Rang eins belegt wie im Vorjahr T-Systems mit einem geschätzten Umsatz in Deutschland von 2,95 Milliarden Euro (2024: 2,9 Mrd. €). Auf dem zweiten Platz folgt NTT Data mit einem Umsatzrückgang laut Lünendonk-Schätzungen um 8,7 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro.

Auf Rang drei und acht stehen mit Infosys und Wipro zwei Neueinsteiger in dieser Lünendonk-Liste. Während beide IT-Dienstleister in den letzten Jahren dem Segment IT-Beratung und Systemintegration zugeordnet waren, liegt nun ein deutlich größerer Schwerpunkt der am deutschen Markt erbrachten Services auf IT-Operations. Mit einem Umsatzplus von geschätzten 13 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro gehört Infosys 2025 zu den am stärksten gewachsenen IT-Dienstleistern im deutschen Markt, während der Umsatz von Wipro nach Lünendonk-Schätzungen um 7,8 Prozent auf 530 Millionen Euro zurückging.

Neben NTT Data und Wipro konnten auch DXC (-3,0 %), Atos (-12,8 %) und Kyndryl (+/- 0 %) innerhalb der Top 10 in Deutschland im Jahr 2025 kein Umsatzwachstum erzielen. Dagegen gelang es Datagroup (+6,8 %) und Arvato Systems (+5,2 % organisch) ihre Top-10-Platzierungen sowohl zu festigen als auch zu den vorderen Plätzen aufzuschließen.

Die Unternehmen mit dem stärksten organischen Wachstum in Deutschland sind HCL (+14,9 %), Infosys (+13,0 %), Tech Mahindra (+10,0 %), akquinet (+11,0 %) sowie TechniData (+18,4 %). Neu im Ranking sind Spirit/21 (Rang 20; 72,8 Mio. €) und LTIMindtree (Rang 21; 70 Mio. €).

CIO-Agenda: Fokus auf IT-Innovationen statt IT-Betrieb

Das Jahr 2025 zeigte eine konstant hohe Nachfrage nach externen IT-Dienstleistungen – insbesondere in den Bereichen IT-Modernisierung, S/4HANA-Einführungen und der Cloud-Transformation. „Die Nachfrage nach KI-Lösungen war zwar sehr hoch, die Projektvolumina sind derzeit jedoch noch vergleichsweise gering. Das wird sich in den kommenden Jahren allerdings mit zunehmenden KI-Reifegrad in den Unternehmen verändern“, beschreibt Zillmann die Struktur der Nachfrage im Jahr 2025.

Die CIO-Agenda für die Jahre 2026/2027 zeigt eine hohe Priorisierung zentraler IT-Themen. Im Fokus stehen vor allem Cyber Security, IT-Modernisierung, Cloud-Transformation, IT-Integration, Digitale Souveränität und Data & AI. Entsprechend optimistisch sind die befragten IT-Entscheider mit Blick auf ihre IT-Budgets: 55 Prozent rechnen 2026-2027 mit steigenden Budgets, weitere 36 Prozent gehen von stabilen Ausgaben auf hohem Niveau aus. Interessant ist die Verteilung der Budgets: So wollen mehr als 40 Prozent mehr Geld in IT-Innovationen sowie die IT-Modernisierung investieren, während für den Erhalt der IT nur 23 Prozent mehr Geld ausgeben wollen.

„CIOs müssen in konjunkturell schwachen Zeiten mehr aus ihrem zur Verfügung stehenden Budget rausholen und setzen dabei auf Automatisierung und Künstliche Intelligenz“, kommentiert Mario Zillmann die Budgetplanungen. „Gerade im IT-Betrieb zeigen sich bereits heute enorme Einsparpotenziale durch KI-basierte Delivery-Modelle – Kapital, das in die notwendigen Transformationsaufgaben investiert werden kann“.

Für das Jahr 2026 zeigen sich die von Lünendonk befragten IT-Dienstleister etwas vorsichtiger als in den Vorjahren. Dennoch erwarten sie ein durchschnittliches Umsatzwachstum von 7,5 Prozent. Zum Vergleich: Anfang 2025 lag die durchschnittliche Umsatzprognose für 2026 noch bei 10,4 Prozent.  

Über die Lünendonk-Listen und die Lünendonk-Studie

Die neue Lünendonk-Liste 2026 „Führende IT-Beratungs- und Systemintegrations-Unternehmen in Deutschland“ steht ab sofort unter www.luenendonk.de zum kostenfreien Download bereit. Die Lünendonk-Liste „Führende IT-Service-Unternehmen in Deutschland“ ist unter www.luenendonk.de abrufbar. Die Lünendonk-Listen sind Teil der Lünendonk-Studie „Der Markt für IT-Dienstleistungen in Deutschland“, für welche über 100 IT-Dienstleister und knapp 200 IT-Verantwortliche aus dem gehobenen Mittelstand sowie aus Großunternehmen und Konzernen befragt wurden. IT-Dienstleister und deren Kunden erhalten dadurch wichtige Kennzahlen und umfassende Informationen für ihre Planung. Voraussichtlich ab Ende Juli 2026 steht die Studie kostenfrei unter www.luenendonk.de zur Verfügung.

Head of Operations

Theresa Drexel

Lünendonk & Hossenfelder
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