Ranking der 20 führenden mittelständischen IT-Beratungs- und Systemintegrations-Unternehmen in Deutschland

10.07.2019 – Mindelheim

  • Führende mittelständische IT-Beratungen sind 2018 stärker gewachsen als der Gesamtmarkt

  • Nachfrage der Kunden besonders stark bei Themen wie agile Softwareentwicklung/UX-Design, Re-Engineering von Fachprozessen sowie Cloud-Migration/IT-Modernisierung

  • IT-Beratungen müssen jedes fünfte Kundenprojekt aufgrund des Fachkräftemangels ablehnen

  • Ranking ab sofort kostenfrei verfügbar unter www.luenendonk.de

Das Jahr 2018 verlief für die 20 führenden mittelständischen IT-Beratungen mit einem durchschnittlichen Umsatzwachstum von 13,8 Prozent erneut sehr erfolgreich. Damit konnten sie weitere Marktanteile gegenüber den Top-25-IT-Beratungen hinzugewinnen, die mit 12,3 Prozent im statistischen Mittel etwas langsamer gewachsen sind. Während im Jahr 2017 neun mittelständische IT-Beratungen über 100 Millionen Euro Gesamtumsatz erzielten, waren es 2018 bereits zwölf IT-Beratungen, die die 100-Millionen-Euro-Umsatzgrenze überschreiten konnten.

Lünendonk definiert IT-Beratungen mit Hauptsitz in Deutschland und einem Umsatz bis zu 500 Millionen Euro als mittelständische IT-Beratung. Darüber hinaus dürfen die IT-Beratungen, wenn sie einem Konzern angehören, nur maximal 25 Prozent ihres Umsatzes innerhalb des Konzerns machen. Die führenden mittelständischen IT-Beratungen werden seit 2007 in einem separaten Ranking dargestellt, um die Lünendonk®-Liste „Führende 25 IT-Beratungs- und Systemintegrations-Unternehmen in Deutschland“ zu ergänzen und den deutschen IT-Beratungsmarkt detaillierter abzubilden.

Lünendonk®-Liste zum Mittelstand im Überblick

Die größte deutsche mittelständische IT-Beratung ist MHP mit einem Gesamtumsatz von 431,1 Millionen Euro. Die auf die Automobilbranche fokussierte IT-Beratung verdrängte mit einem Umsatzplus von 33,7 Prozent GFT vom Spitzenplatz.

Infolge der Übernahme durch den französischen Engineering-Dienstleister Assystems im Jahr 2018 ist die SQS nicht mehr im Ranking vertreten. Somit machten die 2018 hinter der SQS platzierten IT-Beratungen adesso, ESG, Materna und Senacor im aktuellen Ranking jeweils einen Platz gut, wobei adesso (+16,8 %) und Senacor (+13,8 %) innerhalb dieser Gruppe am stärksten wachsen konnten. Mit MHP, adesso, ESG, Materna und Senacor sind fünf der 20 führenden mittelständischen IT-Beratungen gleichzeitig auch im Lünendonk-Ranking der 25 führenden IT-Beratungen in Deutschland vertreten.

Valantic schafft Sprung in Top 10

Mit einem Wachstum von 11,1 Prozent kletterte die Valantic GmbH vom 14. auf den 10. Platz. Im berichteten Umsatz von Valantic sind jedoch bereits zwei Übernahmen (Elements, Intargia) aus dem letzten Jahr berücksichtigt, sodass sich der 2017er Umsatz von 85 Millionen auf 108 Millionen Euro rückwirkend erhöhte. Auf Platz 11 folgt Cosmo Consult, die 2018 um 22,9 Prozent im Umsatz zulegten, gefolgt von Seven Principles (+8,9 %).

BridgingIT und Sycor wachsen stark

Auf den Verfolgerplätzen machten BridgingIT (+17,5 %) und Sycor (+16,1 %) deutlich Boden gut. Beide IT-Beratungen verpassten nur sehr knapp die 100-Millionen-Euro-Umsatzmarke, konnten jedoch mit diesem überdurchschnittlichen Wachstum Marktanteile hinzugewinnen. Den Sprung in die Top 20 schaffte in diesem Jahr Salt Solutions aus Würzburg.

Konjunktursorgen und Fachkräftemangel

Die gute Stimmung und die künftige Geschäftsentwicklung der 20 führenden IT-Beratungen werden lediglich durch die angespannte Situation auf dem IT-Arbeitsmarkt getrübt. Für 2019 erwarten die befragten IT-Beratungen noch ein Umsatzplus von 10,9 Prozent im statistischen Mittel, also deutlich unter der Geschäftsentwicklung 2018. „Für den Mittelstand wird es immer schwerer, dringend benötigte Fachkräfte aus den MINT-Fächern zu finden und zu rekrutieren“, beobachtet Mario Zillmann, Partner bei Lünendonk & Hossenfelder. „Und dies hat durchaus Folgen für die Liefer- und Wettbewerbsfähigkeit. Vor allem UX-Entwickler, S/4-Hana-Experten, Cloud- und IT-Security-Spezialisten, Berater mit Fach- und Branchenexpertise sowie mit Kenntnissen in agilen Methoden fehlen, während gerade in diesen Bereichen die Nachfrage der Kunden enorm ansteigt.“

Trotz des Wettbewerbs um Fachkräfte konnten die mittelständischen IT-Beratungen 2018 ihre Belegschaft noch um durchschnittlich 10,1 Prozent aufstocken. Allerdings sind die Mitarbeiterzahlen bei den Top-25-IT-Beratungen um 13,5 Prozent im Durchschnitt etwas stärker gestiegen. Nahezu jede zehnte offene Stelle blieb in Folge des Fachkräftemangels in den analysierten Top 20 mittelständischen IT-Beratungen 2018 unbesetzt. Das führt in Zeiten von immer mehr Projektanfragen dazu, dass etwa jede fünfte Projektanfrage abgelehnt werden musste. Die Lücke bei den offenen Stellen versuchen die befragten mittelständischen IT-Beratungen künftig mit deutlich stärkeren Maßnahmen im Bereich des Personalmarketings sowie des Active Sourcings zu schließen. Ferner bilden immer mehr IT-Beratungen ihre Fachkräfte selbst aus und schließen strategische Kooperationen mit Hochschulen. „Mehr Investitionen in das Recruiting sowie in die Mitarbeiterbindung werden für die mittelständischen IT-Beratungen zum entscheidenden Erfolgsfaktor, um ihre aktuelle Rolle als strategischer Partner der digitalen Transformation bei vielen Kunden auch zu erfüllen“, sagt Mario Zillmann.

Zur aktuellen Lünendonk®-Studie

Für die Lünendonk®-Studie „Führende IT-Beratungs- und IT-Service- Unternehmen in Deutschland – mit Sonderkapitel zum IT-Mittelstand“ wurden auch in diesem Jahr neben rund 80 Anbieterunternehmen wieder knapp 150 IT-Verantwortliche aus dem gehobenen Mittelstand sowie aus Großunternehmen und Konzernen befragt. IT-Dienstleister und deren Kunden erhalten dadurch wichtige Kennzahlen und umfassende Informationen für ihre jeweilige Planung. Mitte September kann die Studie wieder kostenfrei von allen Interessierten unter www.luenendonk.de heruntergeladen werden.

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