Marktdynamik im Industrieservice für die Prozessindustrie

11.07.2019 – Mindelheim

In der Prozessindustrie werden Stoffe mittels komplexer chemischer Prozesse hergestellt oder veredelt. Das gilt für Farben, Chemikalien, Kunststoffe, Raffinerieerzeugnisse, Pharmazie, Papier und Pappe und viele weitere Erzeugnisse. Die hierfür notwendigen Anlagen zeichnen sich durch komplexe Rohrleitungen, Steuerungstechnik, Kessel und Tanks aus, um nur einige Elemente zu nennen. Nicht alle Instandhaltungsleistungen sind während der Produktion durchführbar – ist diese doch nicht ohne Weiteres kurz anzuhalten. Zudem existieren – wie in der Fertigungsindustrie – oft keine parallelen Fertigungsstraßen.

Je nach Produktion werden alle fünf bis sieben Jahre komplette Anlagen heruntergefahren und umfassend instandgehalten. Während dieser Stillstände oder Shutdowns erfolgen umfassende Instandhaltungs- und Optimierungsmaßnahmen. Je länger der Stillstand, desto höher der Einnahmeausfall. Daher werden in kurzer Zeit viele Leistungen parallel durchgeführt, fast immer mit Hilfe von externen Dienstleistern.

Die aktuellen deutlichen Umsatzsteigerungen im Industrieservice sind ein Effekt von derzeit gehäuft auftretenden Stillständen. Die Industrieunternehmen nutzen die momentan schwächere Nachfrage und fragen viele Leistungen am Markt nach. So ist der mittlere Umsatz der 20 führenden Dienstleister in 2018 gegenüber dem Vorjahr um 7,3 Prozent gewachsen. In den letzten Jahren lag er häufig unter 2 Prozent. Der Industrieservice zählt also zu einer B2B-Service-Branche mit stark zyklischer Nachfrage, die auf konjunkturelle Zyklen nachfolgt. Andere Märkte, wie etwa die Personaldienstleistungen, dienen hingegen als Frühindikator und reagieren im Frühstadium von Nachfrageveränderungen.

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Thomas Ball

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