Wie Banken und Versicherungen ihre Digitalisierung vorantreiben

12.10.2020 – Mindelheim

Das Thema Digitalisierung steht bei Banken und Versicherungen weit oben auf der Agenda. Beide Branchen befinden sich derzeit in einem tiefgreifenden Transformationsprozess, die Herausforderungen sind vielfältig. Nach der Finanzmarktkrise 2009 wurden Banken und Versicherungen schärfer reguliert, der Aufwand und die Kosten zur Umsetzung der Regularien haben sich massiv erhöht. Gleichzeitig haben die Niedrigzinsen der vergangenen Jahre sowie ein verstärkter Wettbewerbsdruck – die sogenannten GAFAs (Google, Amazon, Facebook, Apple) oder Zahlungsdienstleister wie PayPal oder Klarna lassen grüßen – die Gewinne schrumpfen lassen. Um Kosten einzusparen und Effizienz zu steigern haben Banken und Versicherungen in den vergangenen Jahren zwar bereits Digitalisierungsprojekte vorangetrieben. Die Corona-Krise hat nun aber offengelegt, wie schnell der physische Kontakt mit Kunden in Filialen und Agenturen verloren gehen kann und dass auf digitale Geschäftsmodelle bisher nur halbherzig gesetzt wurde.

Trotz Digitalisierung: Banken und Versicherungen setzen weiterhin auf loyale Kunden

Handlungsbedarf ist also gegeben, um die Zukunft erfolgreich zu gestalten. Dabei sorgen Banken und Versicherungen sich weniger darum, dass sie in Zukunft die Schnittstelle zu den Kunden verlieren werden. Noch weniger befürchten sie, dass die Loyalität der Kunden massiv abnehmen wird und diese en gros zum Wettbewerb oder reinen Digitalanbietern wechseln könnten. Disruption ist also nicht die ausschlaggebende Triebfeder für die digitale Transformation im Banken- und Versicherungssektor. Wie und warum treibt die Financial Services Branche also die digitale Transformation voran?

Treiber der Digitalisierung

Tatsächlich setzen der überwiegende Teil der Banken und Versicherungen weiterhin auf ihr bestehendes Produktportfolio. Ihr klassisches Geschäftsmodell soll nun jedoch über digitale Vertriebswege und Mehrwertdienste ergänzt werden. Wichtigstes Ziel ist es, das Kundenerlebnis zu verbessern und die Kundenbindung hoch zu halten. Daneben sehen die Unternehmen der Financial Services Branche als Treiber der Digitalisierung, sich für zunehmend kürzere Innovations- und Technologiezyklen bereit zu machen und darauf auch mit mehr Agilität im Unternehmen Antworten zu finden. Ein Wandel der Unternehmenskultur hin zu mehr Innovationsbereitschaft ist unumgänglich.

Schwerpunkte für Investitionsplanung: Customer Experience und Operational Excellence

Die geplanten Investitionen der kommenden Jahre spiegeln wider, wo die strategischen Herausforderungen für Banken und Versicherungen liegen. Beide Branchen fokussieren auf die gleichen Themen, setzen ihre Prioritäten jedoch anders – und zwar wie folgt:
  • Digitalisierung der Kundenschnittstellen für eine bessere „Customer Experience“: Banken 82 Prozent, Versicherungen 65 Prozent
  • Weiterentwicklung bestehender Produkte bei gleichzeitiger Ergänzung durch digitale und datenbasierte Services: Banken 76 Prozent, Versicherungen 63 Prozent
  • Verbesserung der Operational Excellence mit Hilfe von digitalen Technologien: Banken 75 Prozent, Versicherungen 82 Prozent
Weitere wichtige Bausteine für die digitale Zukunftsstrategie von Banken und Versicherungen sind digitale Technologien wie Cloud Computing, Data Analytics sowie die intelligente Automatisierung mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz und Robotic Process Automation (RPA). Technologisch setzen Banken und Versicherungen für die nächsten Jahre auf die Einführung von Standardsoftware-Lösungen, die endlich die über Jahre gewachsenen und auswuchernden Individual-IT-Strukturen ablösen sollen.

Lünendonk®-Studie „Digital Outlook 2025 – Financial Services“

Banken und Versicherungen erwarten also jede Menge Aufgaben. Die Lünendonk®-Studie „Digital Outlook 2025 Financial Services – Strategien von Banken & Versicherungen für ihren Weg in eine digitale Zukunft“ hat sich den Zukunftsstrategien von Banken und Versicherungen im deutschsprachigen Raum gewidmet. Dazu wurden Führungskräfte aus 129 Banken und Versicherungen zu ihren künftigen Strategien zu Themen wie Disruption, Vertrieb der Zukunft, digitale Plattformökonomie, Zusammenarbeit mit Start-ups sowie der Nutzung digitaler Technologien befragt. Fachliche Partner dieser Lünendonk®-Studie sind die Management- und IT-Beratungen Core, KPMG, Nexgen, Q_Perior und Senacor. Die Studie steht zum kostenfreien Download unter www.luenendonk.de zur Verfügung. Folgende Publikationen könnten ebenfalls für Sie von Interesse sein: Lünendonk®-Studien „Der Markt für IT-Beratung und IT-Service in Deutschland“ sowie „Digital Efficiency – Digitale Technologien als Instrument für Effizienzsteigerungen und Kostensenkungen“.

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