Regulierung: Wirecard-Fall zieht Kreise

09.12.2020 – Mindelheim

Die Ministerien der Finanzen und des Rechts und für Verbraucherschutz legten Ende Oktober einen Referentenwurf für ein Gesetz zur Stärkung der Finanzmarktintegrität (FISG) vor. Auslöser ist die nicht testierte Wirecard-Bilanz und die damit verbundenen Aufgaben der Abschlussprüfer sowie der jeweiligen Aufsicht. Kurz gesagt verfolgen die Ministerien das Ziel, das Vertrauen in den Finanzmarkt Deutschland wiederherzustellen.
Die im Entwurf behandelten Regelungen haben es in sich, vor allem für den Berufsstand der Wirtschaftsprüfer. Eine Trennung von Prüfung und Beratung ist ebenfalls enthalten wie eine Verkürzung der Pflicht zur externen Rotation. Darüber hinaus sollen Wirtschaftsprüfer künftig stärker haften.
Über die detaillierte Ausarbeitung ist nun eine Diskussion entbrannt, und das aus gutem Grund. Es muss eine Lösung her, die in der Tat den Finanzmarkt Deutschland stärkt, ohne indes die Marktkonzentration durch zu starke Regulierung zu erhöhen sowie den Beruf des Wirtschaftsprüfers für den Nachwuchs unattraktiv zu gestalten. Diese Diskussion wird uns noch im Wahljahr 2021 begleiten.
In der Lünendonk®-Studie „Wirtschaftsprüfung und Steuerberatung“ 2020 ist dem Wirecard-Fall ein Sonderthema gewidmet. Lesenswert ist auch das Buch „Die Wirecard-Story: Die Geschichte einer Milliarden-Lüge“ von Melanie Bergermann und Volker ter Haseborg (FinanzBuch Verlag, November 2020).

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Jörg Hossenfelder

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