Personaldienstleister stehen in der Corona-Krise unter Druck

18.05.2020 – Mindelheim

Wegen der Corona-Krise haben zahlreiche Automobilhersteller ihre Produktion heruntergefahren, Restaurants wurden geschlossen und Hotels nur für Geschäftsreisende geöffnet. Wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) mitteilte, haben bis zum 26. April 2020 751.000 Unternehmen Kurzarbeit für insgesamt bis zu 10,1 Millionen Personen beantragt.

Vor kurzem berichtete das Institut für Wirtschaftsforschung (ifo), dass fast alle Branchen von Kurzarbeit betroffen sind. Mit 99 Prozent der Betriebe trifft es die Gastronomie am stärksten, gefolgt von Herstellern von Leder, Lederwaren und Schuhen (98 %), Hotels (97 %), Herstellern von Bekleidung (96 %) und dem Automobilbau (94 %).

Auch die von Lünendonk beobachteten B2B-Servicemärkte melden Kurzarbeit an. Dabei trifft es die Vermittlung und Überlassung von Arbeitnehmern am meisten. Seit März 2020 können auch Zeitarbeitsunternehmen Kurzarbeitergeld für ihre Beschäftigten beantragen. So haben bereits 83 Prozent der Personaldienstleister einen Antrag gestellt.

Laut der Lünendonk®-Studie 2019 „Zeitarbeits- und Personaldienstleistungen in Deutschland“ erwirtschaften die Unternehmen allein 21,7 Prozent ihrer Umsätze mit Kunden aus der Automobilindustrie. Der Produktionsstopp bis mehrheitlich Ende April trifft deshalb auch die Zeitarbeitsunternehmen schwer.

Obwohl die Unternehmer ihr Personal gerne halten würden, ist dies oft nicht möglich. Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung sind laut Bundesagentur für Arbeit erstmals in einem April gestiegen. Die Quote stieg im abgelaufenen Monat um 0,7 Punkte auf 5,8 Prozent. Das ifo-Institut hat mit einer aktuellen Konjunkturumfrage den jetzigen Jobabbau in verschiedenen Branchen ermittelt. Im Schnitt haben 18 Prozent aller Betriebe in Deutschland Arbeitsplätze abgebaut. Unter den Personaldienstleistern ist die Quote mit 57 Prozent der Unternehmen deutlich höher, die Stellen streichen oder befristete Verhältnisse nicht verlängern.

Kurzarbeit in Unternehmen in ausgewählten Branchen

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Thomas Ball

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