Gerade in einer Krise ist es wichtig, Akzente zu setzen und zu investieren

Jonas Lünendonk im Gespräch mit Marcel Abel, Geschäftsführer
Modis Contracting Solutions GmbH

08.12.2020

Marcel Abel

Geschäftsführer,
Modis Contracting Solutions GmbH

Jonas Lünendonk - Managementberatung - Lünendonk & Hossenfelder

Jonas Lünendonk

Geschäftsführender Gesellschafter,
Lünendonk & Hossenfelder GmbH
JONAS LÜNENDONK: In den zurückliegenden Jahren konnte Modis kontinuierlich im IT-Freelancer-Segment wachsen und zählt mittlerweile zu den 15 größten Personaldienstleistern. Welche Entwicklung erwarten Sie im aktuellen Jahr und wie ist Ihre Einschätzung für die kommenden Jahre?
MARCEL ABEL: Modis wurde vor zwei Jahren gegründet; heute gehören wir zu den 15 größten Personaldienstleistern Deutschlands. 2019 hatten wir das größte Wachstum im Markt. Wir sind auf dem richtigen Weg. Für 2020 eine Prognose abzugeben ist aufgrund der Corona-Krise und der daraus resultierenden Herausforderungen nicht einfach. Modis befindet sich aber im Moment in einer guten Ausgangslage. Wir sind trotz „social distancing“ virtuell näher aneinandergerückt. Ich bin mir sicher, dass wir auch im Jahr 2020 eine außergewöhnlich gute Leistung am Markt erzielen werden und damit die Basis für eine gesunde, positive Weiterentwicklung in den Folgejahren schaffen.
JONAS LÜNENDONK: Modis verfügt über ein breites Personaldienstleistungsportfolio. Welche Vorteile haben Kunden und freiberufliche IT-Experten, wenn sie mit Modis zusammenarbeiten?
MARCEL ABEL: Unternehmen und Freelancer suchen, gerade in unsicheren Zeiten, nach flexiblen Lösungen und Einsatzmöglichkeiten. In diesem Spannungsfeld leistet Modis als Lösungsanbieter einen wertvollen Beitrag. Wir bringen Angebot und Nachfrage zusammen. Wir stellen Transparenz her und sorgen für faire Rahmenbedingungen. Aufgrund unserer Erfahrungen und Fähigkeiten können wir als IT- und Engineering-Dienstleister komplexe Projekte und Entwicklungsdienstleistungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette erfolgreich umsetzen. Aber auch punktuell kann Modis seine Kunden mit passenden Experten unterstützen. Viele Kunden erwarten mittlerweile eine gewisse Bandbreite an Leistungen, die sie bei uns als verlässlichem Partner erhalten. Außerdem haben wir uns eine Start-up-Mentalität im Konzernumfeld erhalten. Unsere Kunden schätzen unsere schnelle, agile und unkomplizierte Herangehensweise.
JONAS LÜNENDONK: Das Corona-Virus gilt mittlerweile als Beschleuniger der Digitalisierung. Welche Veränderungen erwarten Sie und welche Rolle werden hier freiberufliche IT-Experten spielen?
MARCEL ABEL: Unsere heutige Welt ist bereits durch die digitale Transformation geprägt, die durch die Corona-Krise nur noch weiter beschleunigt wurde. Diese Krise hat gezeigt, dass wir schon an den einfachsten Dingen wie digitaler Zusammenarbeit und Work-Life-Balance arbeiten müssen. Im Sinne der Digitalisierung hat sich herauskristallisiert, dass Deutschland im internationalen Vergleich noch Nachholbedarf hat. Hierzu wollen wir als Modis und auch als Adecco Group unseren Beitrag leisten. Dafür wurde mit „Resetting Normal: Defining the New Era of Work“ eine Initiative geschaffen, die untersucht, wie sich die Ansichten in dieser kurzen Zeitspanne verändert haben, und die Einblicke in die Lücken gibt, die Arbeitgeber schließen müssen, um in der sich abzeichnenden zukünftigen digitalen Ära als Arbeitgeber der ersten Wahl zu gelten. Weitere Informationen dazu finden Sie auf www.adeccogroup.de/new-era-of-work/.
JONAS LÜNENDONK: Die digitale Transformation verändert zahlreiche Branchen fundamental. In welchen Branchen oder Regionen sehen Sie zukünftig das meiste Potenzial für Wachstum? Und wie reagieren Sie darauf?
MARCEL ABEL: Gerade in einer Krise ist es wichtig, Akzente zu setzen und zu investieren. Deshalb haben wir uns entschieden, in zwei neue Competence-Center zu investieren. Zukünftig sind wir in der Lage, gemeinsam mit unseren Kunden neue Distributionswege im E-Commerce aufzubauen und die Digitalisierung im Unternehmen durch unseren Infrastrukturbereich zu realisieren.
JONAS LÜNENDONK: Wie wichtig sind IT-Freelancer Ihrer Meinung nach für die Start-up-Landschaft in Deutschland?
MARCEL ABEL: Besonders für Start-ups bietet der Einsatz von Freelancern viele Möglichkeiten. Dadurch können kurzfristig Bedarfe im Aufbau gedeckt werden, ohne langfristig Personal anstellen zu müssen. Das Grundrezept für den Einsatz bei einem erfolgreichen Start-up lautet dabei: Freelancer bieten viel Know-how, sind schnell verfügbar und vor allem flexibel einsetzbar. Sie sind projekterfahren und technikaffin und somit bestens geeignet für den Einsatz im Start-up.
JONAS LÜNENDONK: In Deutschland fehlen laut einer Bitkom-Studie bis zu 100.000 IT-Experten. Wie beurteilen Sie die Möglichkeit, IT-Experten aus anderen Ländern in Deutschland einzusetzen? Worauf ist zu achten und welche Erfahrungen haben Sie bisher gemacht?
MARCEL ABEL: Schon seit Jahren warnen Arbeitsmarktexperten vor Engpässen an qualifizierten Mitarbeitern, besonders im IT-Sektor. Genauso akut ist momentan die Flexibilisierung der Arbeitswelt. Unternehmen wie auch Freelancer suchen nach flexiblen Lösungen und Einsatzmöglichkeiten. Als global agierendes Unternehmen profitieren wir jetzt schon von einem hohen Zustrom an Experten aus dem europäischen Ausland. Besonders durch die Corona-Situation suchen viele qualifizierte IT-Experten eine neue Perspektive. Genau das werden wir nutzen, um den Fachkräftemangel abzubauen und in neue Technologien zu investieren.
JONAS LÜNENDONK: Vielen Dank für das Gespräch.

Über MARCEL ABEL, Geschäftsführer Modis Contracting Solutions GmbH:

Als studierter Betriebswirt ist MARCEL ABEL bereits seit über zehn Jahren in der Personaldienstleistung aktiv. Zunächst in der Verantwortung als Finance Manager bei der Alma Mater GmbH, wechselte er 2008 zu dem Freelance-Spezialisten Personality IT, bei dem er zuletzt als Mitglied der Geschäftsleitung tätig war. Seit 2018 ist er Geschäftsführer der Modis Contracting Solutions GmbH mit Sitz in Stuttgart und weiteren Standorten in Berlin, Düsseldorf, Frankfurt und Köln. Dort verantwortet er das deutschlandweite Freelance-Geschäft von Modis.

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