Blitzumfrage Corona und Zeitarbeitsmarkt – Aktuelle Auswirkungen und Folgen für den Wirtschaftsstandort Deutschland

08.04.2020 – Mindelheim

Corona ist für die Zeitarbeitsunternehmen in Deutschland – wie für viele andere Branchen auch – eine große Herausforderung. Die raison d’être, also der Existenzgrund der Zeitarbeit, ist es, Risiko zu übernehmen. Versicherungen begrenzen finanzielle Risiken, Zeitarbeitsunternehmen verschaffen Flexibilität bei Beschäftigung – insbesondere bei schwer planbarer Auslastung. Wettbewerbsvorteile gewinnen Zeitarbeitsunternehmen durch effiziente Rekrutierung und gute Mitarbeiter, die kurzfristig Kunden überlassen werden.

Zumindest theoretisch ist auch ohne Primärdatenerhebung eine Bandbreite an Folgen für die Branche denkbar. Das sind unter anderem und nicht abschließend:

  • Geringere Nachfrage in der nicht-grundversorgenden und insbesondere gesundheitsrelevanten Industrie, darunter etwa auch Gastronomie, Hotellerie und Verkehrsunternehmen

  • Höhere Nachfrage aus Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen sowie dem Lebensmitteleinzelhandel, der Logistik, von Produzenten von Nahrungsmitteln und Hygieneartikeln sowie medizinischer Schutzausrüstung

  • Ausfall von Personal, da aufgrund der Schul- und Kitaschließungen Kinder betreut werden müssen

  • Signifikanter Gehaltsausfall für wenig qualifiziertes Personal

Lünendonk & Hossenfelder wollte daher von den Zeitarbeitsunternehmen im Rahmen einer Blitzumfrage wissen, wodurch sie besonders betroffen sind und mit welcher Umsatzauswirkung sie rechnen.

Nahezu die Hälfte spürt insbesondere den Ausfall des Personals (z.B. aufgrund notwendiger Kinderbetreuung) oder Abmeldungen durch Kunden. Aussagekräftig ist dieses Ergebnis, da es eine Auswertung einer offenen Fragestellung ist und damit die als besonders wichtig wahrgenommenen Auswirkungen widerspiegelt. Weniger als ein Drittel der teilnehmenden Unternehmen nennt Umsatzrückgang als eine wesentliche Auswirkung. Immerhin acht Prozent sehen einen Anstieg der Nachfrage.

Dass auch Zeitarbeitsunternehmen Mitarbeiter nun durch Kurzarbeitergeld halten können, ist für den Wirtschaftsstandort Deutschland eine positive Nachricht. So steht für das „Hochfahren“ nach der Krise mehr Personal flexibel zur Verfügung und muss nicht erst rekrutiert werden.

Die plötzlich gestiegene Wertschätzung für Pflegepersonal, Logistiker und Mitarbeiter im Einzelhandel verdeutlicht: In einer Krise kommt es oft auf die Grundversorgung an. Dazu gehört auch die Zeitarbeit, denn ohne sie verlängern und vertiefen sich Dauer und Auswirkungen nicht nur der aktuellen Krise.

Zeitarbeit: Personalausfall- und reduzierung sind wichtigere Auswirkungen als der erwartete Umsatzrückgang

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Thomas Ball

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