Zeitarbeit: Hohe Nachfrage nach Fachkräften treibt Umsatz mit Personalvermittlung

02.12.2019 – Mindelheim

  • Unternehmen erwarten steigende Umsätze mit Personalvermittlung

  • Fachkräfte im Industrieservice und für Bürotätigkeiten sind wichtigste Qualifikationen in der Vermittlung

  • Dienstleister erwarten zudem Nachfrageanstieg im Pflegeservice

  • Jeder zehnte Zeitarbeitnehmer wird im Ausland rekrutiert

  • Lünendonk®-Studie 2019 verfügbar

Im Leistungsspektrum der Zeitarbeitsunternehmen in Deutschland steigt der Anteil der Umsätze mit Personalvermittlung an. Dies ist ein Ergebnis mehrerer ineinandergreifender Entwicklungen: Der Mangel an ausgebildeten Fachkräften, die demografische Entwicklung, eine steigende Bereitschaft von Arbeitnehmern, sich vermitteln zu lassen, und die verschärfte Regulierung der Zeitarbeit. Der insgesamt steigenden Nachfrage nach Vermittlung steht die derzeit rückläufige Nachfrage nach Arbeitnehmerüberlassung gegenüber, die sich auf die relativen Werte auswirkt.

Aus der allgemein hohen Nachfrage nach Personalvermittlung treten drei Segmente besonders stark hervor: Personal für Büroservice, IT-Service und Pflege-/ Krankenhauspersonal. Auch wenn letztgenannte derzeit im Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit stehen, ist bei den Studienteilnehmern deren Anteil am Umsatz mit Personalvermittlung mit durchschnittlich 3,0 Prozent am geringsten.

Diese und weitere Ergebnisse zur Personalvermittlung sowie Kennzahlen zum Markt für Zeitarbeit sind Teil der aktuellen Lünendonk®-Studie 2019 „Zeitarbeit und Personaldienstleistungen in Deutschland“, die zum Preis von 2.000 Euro unter  www.luenendonk.de zum Download bereitsteht.

Steigende Umsätze mit Personalvermittlung erwartet

Lünendonk beobachtet das Leistungsspektrum der Zeitarbeitsunternehmen und Personaldienstleister durchgehend seit dem Jahr 2001. In keinem Jahr war der Umsatzanteil mit Personalvermittlung der in die Studie einbezogenen Unternehmen so hoch wie im Geschäftsjahr 2018 (5,5 %). Den mit Abstand größten Umsatzanteil generiert die Vermittlung von Büropersonal mit 36,5 Prozent und von handwerklich ausgebildeten Fachkräften für die Industrie (25,6%). Hierin spiegelt sich der trotz konjunktureller Schwächephase große Bedarf nach Fachkräften wider. IT-, Konstruktions- und Pflege-Service ist zwar ebenso stark nachgefragt, spielt aber von der Anzahl der Kräfte eine geringere Rolle. Zudem haben sich auch Unternehmen außerhalb der Zeitarbeit auf die Vermittlung von den genannten Qualifikationen spezialisiert und positioniert.

Neben dem hohen Bedarf, der sowohl aus der demografischen Entwicklung als auch dem technischen Fortschritt in der Produktion sowie der nach wie vor insgesamt guten Konjunktur resultiert, zeigen separate Studien von Lünendonk & Hossenfelder, dass die Akzeptanz und der gesehene Mehrwert von Personalvermittlungen gerade bei jungen Menschen ansteigt.

Ausweitung der Personalsuche ins Ausland

Der Fachkräfteengpass erschwert die Personalsuche. Die Besetzung offener Stellen dauert heute deutlich länger als früher. Insbesondere in Pflegeberufen herrscht ein Mangel an Personal. Aber auch Fachkräfte für naturwissenschaftliche und technische Berufe sind schwer zu finden. 2018 wurden 9,4 Prozent der Zeitarbeitnehmer im Ausland rekrutiert, 2,2 Prozent davon sogar im Nicht-EU-Ausland. Die Rekrutierung im Ausland hat sich somit innerhalb eines Jahres mehr als verdoppelt (2017: 4,5 %). Unternehmen mit mehrheitlich qualifiziertem Personal suchen intensiver im Ausland nach Personal als die Gesamtheit der Studienteilnehmer. Studienautor Thomas Ball kommentiert: „Angesichts der demografischen Entwicklung gewinnt die Personalsuche im Ausland an Bedeutung, auch wenn dabei sprachliche und kulturelle Integration sowie der Rückkehrwunsch in das Heimatland eine zusätzliche Hürde darstellen. Insbesondere bei der Rekrutierung von Nicht-EU-Ausländern existieren zudem deutliche rechtliche Hürden.“

Inhalt der Studie

Die gegenüber den Vorjahren deutlich erweiterte 20. Auflage der Lünendonk®-Studie „Zeitarbeits- und Personaldienstleistungs-Unternehmen in Deutschland“ enthält zahlreiche Langzeit- und Segmentauswertungen. Sie richtet sich an Marktbeobachter, Zeitarbeitsunternehmen und Einkäufer von Personaldienstleistungen und ist das detaillierteste Zahlenwerk zum deutschen Markt für Zeitarbeit und Personaldienstleistungen. Ein Themenschwerpunkt ist die Auswirkung des Arbeitnehmerüberlassungs­gesetzes auf den Markt. Daneben enthält die Studie Angaben zu Reallohnentwicklung, marktüblicher Umsatzrendite, Leistungsspektrum und Kundenstruktur sowie zahlreichen Vertiefungen zur Rekrutierung und Personalbindung.

Studienbezug

Die jährlich erscheinende Lünendonk®-Studie basiert auf den umfassenden Angaben von 52 führenden Zeitarbeitsunternehmen in Deutschland und wurde erstellt mit der freundlichen Unterstützung von DB Zeitarbeit, Meteor, Orizon und Randstad. Sie steht zum Preis von 2.000 Euro (Unternehmens­lizenz inkl. Versand, zzgl. MwSt.) zum Download bereit unter www.luenendonk.de.

Zeitarbeitsunternehmen erwarten steigende Umsätze mit Personalvermittlung

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